••• ÜBER MICH

Endlichkeit ist für mich kein Randthema des Lebens

Sie gehört mitten hinein.

Ich kenne die Schwere, die entsteht, wenn die Endlichkeit plötzlich nicht mehr nur ein abstrakter Gedanke ist. Gerade deshalb glaube ich daran, dass wir ihr mit Struktur, Mut, Menschlichkeit und Lebensbejahung begegnen können.

Ich bin Kathrin, schön, dass du hier bist.

••• MEIN WEG

Meine eigene Reise in die Endlichkeit begann natürlich mit meiner Geburt.

Bewusst wurde sie mir aber erst viele Jahre später.

Eine plötzliche Krankheitsdiagnose in meinem engen Umfeld hat mir zum ersten Mal gezeigt: Meine Liebsten leben nicht ewig.

Bis dahin war die Endlichkeit nur eine ferne Gewissheit. Ich wusste, dass Menschen sterben. Aber ich hatte noch nicht wirklich verstanden, was es bedeutet, wenn die gemeinsame Zeit mit einem geliebten Menschen begrenzt ist.

Plötzlich war ich Betroffene. Unvorbereitet, emotional überrollt und mit Fragen konfrontiert, auf die ich keine fertigen Antworten hatte:

  • Was bedeutet das für mein eigenes Leben?

  • Kann ich mich irgendwie vorbereiten?

  • Und was bedeutet mein Sterben eigentlich für mein Leben?

Aus dieser Erschütterung wurde ein Weg

In dieser Zeit hörte ich ein Radiointerview mit einer Palliativärztin. Ich begann, mich über Palliativversorgung und Hospizarbeit zu informieren, und fand im Seminarangebot eines örtlichen Palliativdienstes die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin.

Die darin vermittelte Haltung hat mir einen neuen Blick auf Menschen, unsere Lebenszeit und das Wesentliche eröffnet. Ich habe erlebt, wie wichtig es sein kann, da zu sein, zuzuhören, auszuhalten und gemeinsam mit einem Menschen herauszufinden, was gerade trägt.

Wo Dunkelheit aufkommt, können Zugewandtheit und Menschlichkeit leuchten. Diese Erfahrung begleitet mich bis heute.

Das Thema Lebensende und Sterben ließ mich nach der Ausbildung nicht mehr los. Es schenkte mir eine immer größer werdende Neugier auf das Leben.

Einige Zeit später begegnete ich meiner eigenen Endlichkeit.

Durch einen Autounfall auf der Autobahn, bei dem mich jemand anderes unvorhergesehen erfasste, ergänzte sich mein Blick auf die Endlichkeit um eine weitere Facette. Ich hatte bis dahin verstanden, dass meine Liebsten nicht ewig leben. Jetzt wurde mir schlagartig bewusst: Auch mein eigenes Leben ist begrenzt.

Diese Erfahrung war die zweite Seite der Medaille.

Die Erkrankung eines geliebten Menschen war der Grund, warum finity entstehen konnte. Mein eigener Unfall hat mir bestätigt, wie wichtig es ist, die Endlichkeit nicht erst dann anzuschauen, wenn eine Krise uns dazu zwingt.

Denn wenn wir uns frühzeitig mit ihr beschäftigen, können wir aus einer anderen Haltung heraus auf unser Leben blicken: nicht aus Panik oder bodenloser Verunsicherung, sondern mit Zeit für Fragen, Entscheidungen und Gespräche.

Kathrin Fleischmann Gründerin von finity

••• WAS SICH VERÄNDERT HAT

Die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit hat mich weicher gemacht.

Ich achte heute stärker auf das Wesentliche und nehme die kleinen Momente bewusster wahr.

Wenn ich mich von meinen Liebsten verabschiede, schließe ich kurz die Augen und fühle in diesen Moment tief hinein – als wollte ich ihn für mich bewahren.

Ich möchte meine Lebenszeit nicht mehr mit Dingen füllen, die sich für mich innerlich leer anfühlen. Ich möchte meinen Gefühlen Raum geben, sie nicht mehr vorschnell beiseite schieben und nicht wie antrainiert sagen: „Danke, es geht mir gut“, wenn es gerade nicht stimmt.

Ich denke auch im vollen Alltag an die vielen letzten Male im Leben: an Momente, von denen wir meist erst im Nachhinein wissen, dass sie nicht wiederkommen werden.

Endlichkeit hat mir nicht alle Unsicherheit genommen, sie hat meinen Blick verändert.

••• WAS ICH DIR MITGEBEN MÖCHTE

Das Leben ist wertvoll, weil es endlich ist.

Aus meiner persönlichen Reise ist eine Haltung entstanden. Und aus einer Lücke, die ich selbst gespürt habe, ist finity gewachsen.

Ich bin ein Mensch, der Dinge gerne strukturiert angeht und vorbereitet ist. Gleichzeitig habe ich erfahren, dass Sicherheit angesichts des Lebens oft eine Illusion bleibt.

Niemand weiß genau, was kommt. Wir können nicht alle Herausforderungen kontrollieren und nicht jede Eventualität im Voraus absichern. Was wir aber entwickeln können, ist die Fähigkeit, mit Unsicherheit zu leben, ohne von ihr gelähmt zu werden.

Diese Haltung hat mich auch beruflich verändert. Ich habe mich in der Mitte meines Erwerbslebens neu orientiert und meinen damaligen Job gekündigt, obwohl der nächste Schritt noch nicht feststand. Ich durfte lernen, Unsicherheit auszuhalten, ohne meine Handlungsfähigkeit zu verlieren.
Heute arbeite ich in einem sinnerfüllten Umfeld – bei dem ambulanten Hospizdienst, bei dem mein Weg in die Hospizarbeit begonnen hat.

Für mich bedeutet Selbstwirksamkeit deshalb nicht, alles im Griff zu haben.

Ich bin nicht dem Leben ausgeliefert. Ich kann wahrnehmen, entscheiden und gestalten – auch dann, wenn ich nicht weiß, was als Nächstes kommt.

Ich möchte dir diesen Raum eröffnen, um die Vergänglichkeit als Teil des Lebens anzunehmen und daraus (d)eine eigene Haltung zu entwickeln. Mit Impulsen, die nicht bei der Angst stehen bleiben, sondern zu Handlung und in Verbundenheit führen.

Struktur, die Orientierung gibt

Verbundenheit statt Schweigen

Mut, eigene Fragen zu stellen

Lebensbejahung ohne Verdrängung

Wenn ich gerade nicht über Endlichkeit spreche, dann verbringe ich Zeit mit meinen Liebsten und gestalte mit meinen Händen.

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Wenn ich gerade nicht über Endlichkeit spreche, dann verbringe ich Zeit mit meinen Liebsten und gestalte mit meinen Händen. *

Ich genieße es, Menschen in den Arm zu nehmen und gemeinsame Momente nicht als selbstverständlich zu betrachten.

Ich pflanze im Garten, backe Sauerteigbrot, koche Marmelade ein und fermentiere. Schönes und Nahrhaftes haltbar zu machen, beruhigt meinen Geist und begeistert mein Herz.

Ich mag es sehr gern herzhaft und salzig. Süßigkeiten wie Schokolade, Kekse und Gummibärchen lasse ich links liegen. Für Chips mache ich eine große Ausnahme.

••• SCHÖN, DASS DU HIER BIST

Du musst nicht gleich bereit für alles sein.

Wenn du dich mit deiner Endlichkeit beschäftigen möchtest, aber noch nicht weißt, wo du anfangen sollst, bist du bei finity willkommen.